Lernen über Medialität

Ausgangspunkt der Überlegungen zur Medienbildung sollte die Erweiterung unserer unmittelbaren Erfahrungs- und Kommunikationsmöglichkeiten durch die Medien sein. Bildungsrelevant werden Medien, weil sie Werkzeuge der Weltaneignung sind. Dies betrifft alle kulturellen und gesellschaftlichen Bereiche, einschließlich der Entwicklungen in Naturwissenschaften und Technik.

Aus der historisch-genetischen Perspektive zeigt sich, dass Medien als soziotechnische Systeme nicht ohne ihre Vorgeschichte und den kulturellen Kontext ihrer Entwicklung zu verstehen sind. Der Blick auf die Medien- und Kommunikationskultur verdeutlicht, dass sich in den Medien medienübergreifend Programme zur Aneignung von Wirklichkeit materialisieren.

Da Medien Wirklichkeit nicht verdoppeln, sondern in einer jeweils medienspezifischen Art und Weise konstruieren, inszenieren und interpretieren, setzt kompetenter Umgang mit Medien die Fähigkeit voraus, die medienspezifischen Leistungen einschätzen, reflektieren und nutzen zu können.
Die Vermittlung von Medialitätsbewusstsein wird damit zur zentralen Aufgabe von Medienbildung. Über diesen Bildungsauftrag sind Schule und alle Fächer direkt angesprochen, denn Medien als Werkzeuge der Weltaneignung zu definieren, rückt ihre Rolle bei der Konstruktion, Distribution und Kommunikation von Wissen ins Zentrum. Dies verweist auch auf die Chance, die die digitalen

Stellt man die Frage nach dem „konstitutiven Anteil der Medien an der Generierung, Speicherung und Übermittlung von Information und Wissen“ (Wissenschaftsrat 2007, 76), eröffnet dies eine andere Perspektive auf Medien. Es wird deutlich, welche entscheidende Rolle Medien als Werkzeuge der Weltaneignung für die Entwicklung in allen gesellschaftlichen Bereichen spielten und spielen.

Wolf-Rüdiger Wagner: Medialitätsbewusstsein als Ziel von Medienbildung

Wahrnehmung

Wahrnehmung

Wahrnehmung und Verstehen sind als Grundlagen der menschlichen Kommunikation und der Aneignung von Welt Voraussetzungen für den Austausch von Informationen und die Wirksamkeit informations- und kommunikationstechnologischer Innovationen. Die Entwicklung der Medien ist insofern auch an diese Basisbedingungen gebunden, die als humane Konstanten unseren Zugang zu der uns umgebenden Welt gleichermaßen ermöglichen und begrenzen - und die im Kontext der Entwicklung der Medien selbst einem Wandel unterliegen. Lesen Sie mehr
Medien: Werkzeuge zur Weltaneignung

Medien: Werkzeuge zur Weltaneignung

Medien – vom Buch bis zum Computer – ersetzen, entlasten und verstärken die organischen Möglichkeiten des Menschen zur Wahrnehmung und Kommunikation einschließlich der damit verbundenen Prozesse der Informationsübermittlung, -verarbeitung und -speicherung. Durch Medien verändert sich zugleich immer die Wahrnehmungs- und Kommunikationssituation. Lesen Sie mehr
Medialitätsbewusstsein

Medialitätsbewusstsein

Der reflektierte Umgang mit Medien erfordert Medialitätsbewusstsein, da wir hier mit Konstruktion von Wirklichkeit konfrontiert werden, die über unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten hinausgehen bzw. sich grundsätzlich davon unterscheiden. Wir müssen Medien einschätzen und reflektieren können, bevor wir sie nutzen. Lesen Sie mehr
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