Werte und Normen

Ohne Sprachkompetenz kein Bildungserfolg. Durchgängige Sprachbildung ist daher eine Bildungsaufgabe aller Fächer und als solche auch in den Fach-Kerncurricula (KC) verankert. Auch Interkulturelle Bildung spielt in fast allen Fächern eine wichtige Rolle. Wir leben in einer plurikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft und Interkulturelle Kompetenz ist eine Ressource für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. 

Im Folgenden wird aufgezeigt, in welcher Hinsicht Sprachbildung und Interkulturelle Bildung im Fach Werte und Normen eine Rolle spielen. Dazu wird exemplarisch das KC für die Integrierte Gesamtschule (IGS) herangezogen, da dieses alle Schulformen der Sekundarstufe I abbildet.

 

Sprachbildung

Die Kompetenzbereiche spiegeln den zentralen Stellenwert sprachlicher Bildung im Werte und Normen-Unterricht wieder:

„Wahrnehmen und Beschreiben: In ihrem konkreten Lebensumfeld werden die Schülerinnen und Schüler mit diversen moralischen Problemstellungen, Widersprüchen und Dilemmata konfrontiert. Aus diesem Grunde ist ihre Fähigkeit zu fördern, Phänomene wahrzunehmen, zu beschreiben und ansatzweise zu strukturieren. Dadurch wird ein altersgemäßes Problembewusstsein möglich. Der Unterricht dient auf der Stufe dieses prozessbezogenen Kompetenzbereichs also dazu, moralisches Handeln erfahrbar, sichtbar und bewusst zu machen. 

Verstehen und Reflektieren: Dieser Kompetenzbereich enthält ein dialogisches bzw. dialektisches Element, da das Vorwissen der Lernenden nunmehr mit fachwissenschaftlich relevanten, altersangemessenen und schülerorientierten Informationen bzw. Positionen in Bezug gesetzt wird. Während der prozessbezogene Kompetenzbereich „Wahrnehmen und Beschreiben“ also primär auf Sensibilisierung bzw. auf die Explikation eines Vorverständnisses abzielt, wird jetzt als Dialogpartner quasi ein Experte zurate gezogen, wobei dieser ein Text, ein Film, ein Bild o. ä. sein kann.“ (KC IGS, S.14)

Die mündliche Mitarbeit spielt im Fach Werte und Normen eine zentrale Rolle. Das Fach erfordert und entwickelt daher die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Schülerinnen und Schüler:

"So werden neben methodisch-strategischen auch die sozial-kommunikativen Leistungen angemessen berücksichtigt." (KC IGS, S.35)

Interkulturelle Bildung

„Das Unterrichtsfach Werte und Normen leistet einen wichtigen Beitrag, um den Ansprüchen gerecht zu werden, die der § 2 des Niedersächsischen Schulgesetzes formuliert. Dem dort verankerten Ziel, „[…] die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegungen“ weiterzuentwickeln, trägt das Fach Werte und Normen in besonderem Maße Rechnung.“ (KC Werte und Normen IGS, S. 5)

Seine Bildungsziele basieren auf demselben Verständnis gesellschaftlicher Diskurse im Wandel und daraus resultierender Unsicherheit bezüglich gültiger Wertvorstellungen (vgl. S. 5) wie die interkulturelle Bildung es hat und die im Unterricht vertretenen Werte gründen sich ausdrücklich auf den „Grund- und Menschrechten und den Prinzipien des demokratischen und sozialen Rechtsstaates“ (S. 5) sowie dem Menschenbild der Aufklärung. Sie berücksichtigen in diesem Rahmen unterschiedliche „Weltanschauungen und Wahrheitsauffassungen im Sinne einer prinzipiellen Pluralität“ (S. 5). Dabei werden auch religionskundliche Kenntnisse vermittelt (vgl. S. 8). Nach dem Prinzip der Nachdenklichkeit erarbeiten sich die Jugendlichen „eigenorganisiertes Wissen“ als stabile Entscheidungs- und Handlungsgrundlage (vgl. S. 7). 

Anhand der zentralen Frage „Was soll ich tun?“ zielt der Unterricht auf eine aktive, eigenständige und problemorientierte Erarbeitung eines Einblicks in „tragende Wertvorstellungen und Normen einer menschenwürdigen Gesellschaft sowie in […] Grundlagen der demokratischen Gesellschaftsordnungen“ (S. 5).

Die drei didaktischen Prioritäten „Auseinandersetzung mit Wirklichkeit und Wahrheitsansprüchen“, „Entwicklung ethischer Urteilsfähigkeit“ und „Werteorientierung“ werden durch die Förderung prozessbezogener Kompetenzbereiche verwirklicht, die weitgehend die der interkulturellen Kompetenz abdecken: Wahrnehmen und Beschreiben, Verstehen und Reflektieren, Diskutieren und Urteilen (S. 10). Sie sind jeweils differenziert aufgeschlüsselt (vgl. S. 14).
Die Themenbereiche umfassen Fragen nach dem Ich, der Zukunft, nach Moral und Ethik, der Wirklichkeit und nach Orientierungsmöglichkeiten (vgl. S. 11). Jeder dieser Bereiche ist stark kulturell geprägt, so dass sich die kulturelle Bedingtheit von Differenzen an jeder Stelle bewusstmachen und reflektieren lässt. So können Schülerinnen und Schüler sich jeweils eine autonome Haltung erarbeiten und diese begründet vertreten.

 

 

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