Kunst

Ohne Sprachkompetenz kein Bildungserfolg. Durchgängige Sprachbildung ist daher eine Bildungsaufgabe aller Fächer und als solche auch in den Fach-Kerncurricula (KC) verankert. Auch Interkulturelle Bildung spielt in fast allen Fächern eine wichtige Rolle. Wir leben in einer plurikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft und Interkulturelle Kompetenz ist eine Ressource für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. 

Im Folgenden wird aufgezeigt, in welcher Hinsicht Sprachbildung und Interkulturelle Bildung im Kunstunterricht eine Rolle spielen. Dazu wird exemplarisch das KC für die Integrierte Gesamtschule (IGS) herangezogen, da dieses alle Schulformen der Sekundarstufe I abbildet.

Sprachbildung im Kunstunterricht

Im Kunstunterricht geht es sowohl um das Finden kreativer Ausdrucksformen als auch um verbale Auseinandersetzung mit Künstlerinnen, Künstlern und Kunstwerken. Auch die Reflexion und Präsentation von Entwurfs- und Arbeitsprozessen hat einen hohen Stellenwert. Das Fach Kunst beinhaltet damit viele Aspekte der Sprachbildung, die sich in den Kompetenzbereichen wiederfinden. 

Schülerinnen und Schüler sollen zunehmend differenziert, anschaulich und strukturiert Bilder beschreiben und Bildfindungsprozesse beschreiben, erläutern und reflektieren. Auch im Kompetenzbereich Bilder interpretieren sind beispielsweise komplexe sprachliche Kompetenzen gefragt, die sich sukzessive von Jahrgang 5/6 bis 9/10 erweitern:

Die Schülerinnen und Schüler

  • deuten Bilder aufgrund ihrer Erfahrungen
  • deuten ausgewählte Bildelemente und bildsprachliche Mittel in ihrem formalen und dem Bildzusammenhang und belegen Deutungen am Bild, ziehen Kontexte heran
  • interpretieren unter werkimmanenten und werktranszendenten Aspekten, gewichten eigene Deutungsansätze, verknüpfen diese und/oder denken in Alternativen und beziehen begründet Stellung. (vgl. KC IGS, S.28ff.)

Interkulturelle Bildung im Kunstunterricht

Über die Auseinandersetzung mit Bildern aus fremden Orten und Zeiten lernen die Schülerinnen und Schüler,

„Bilder in ihren kulturellen Zusammenhängen zu sehen. […] Dabei sind […] regionale, nationale, europäische und außereuropäische Kontexte zu berücksichtigen.“ (S. 9)

Die Jugendlichen reflektieren, dass auch ihre Wahrnehmungsgewohnheiten und ihr auf sie basierendes „Wirklichkeitsbild“ bis hin zu ästhetischen Normen und Geschmacksurteilen stark kulturell beeinflusst sind. Zugleich aber erfahren sie sich im kreativen Schaffensprozess in besonderem Maße als Individuen, deren subjektives Erleben und Erfinden unverwechselbar ist (vgl. S. 11) und selbst Einfluss auf Kultur nehmen kann.

Die Lernziele des KC Kunst sind nach Inhaltsbereichen gegliedert. Die Inhaltsbereiche Bild des Menschen, Bild des Raumes, Bild der Zeit und Bild der Dinge (vgl. z. B. S. 13) ermöglichen in besonderem Maße einen Einblick in die Breite und Tragweite der Kultur für die eigene Weltsicht. Exemplarisch sei ein Lernziel aus dem Inhaltsbereich Bild des Raums (Jg. 7/8) herausgegriffen:

„[die Schülerinnen und Schüler] weisen die Veränderung der Raumdarstellung und die Sichtweise von Wirklichkeit zu Beginn der Neuzeit nach“ (S. 21)

Raum- und Zeitvorstellungen verschiedener Kulturen werden bei der Auseinandersetzung mit Bildern konkret erfahrbar. Ihr Verständnis hilft, das Bild für sich zu erschließen. Je bewusster dies entsprechend den „Anforderungen einer Gesellschaft der Vielheit“ ( S. 25) reflektiert wird, desto größer ist der Beitrag zur interkulturellen Bildung im Kunstunterricht.

Insgesamt fördert der Kunstunterricht maßgeblich die Fähigkeit der Jugendlichen, „sich als autonome Persönlichkeit kulturell und sozial orientieren zu können, und dabei auch empathisches Verhalten zu zeigen.“ (S. 6)

 

 

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