Musik

Ohne Sprachkompetenz kein Bildungserfolg. Durchgängige Sprachbildung ist daher eine Bildungsaufgabe aller Fächer und als solche auch in den Fach-Kerncurricula (KC) verankert. Auch Interkulturelle Bildung spielt in fast allen Fächern eine wichtige Rolle. Wir leben in einer plurikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft und Interkulturelle Kompetenz ist eine Ressource für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. 

Im Folgenden wird aufgezeigt, in welcher Hinsicht Sprachbildung und Interkulturelle Bildung im Musikunterricht eine Rolle spielen. Dazu wird exemplarisch das KC für die Integrierte Gesamtschule (IGS) herangezogen, da dieses alle Schulformen der Sekundarstufe I abbildet.

Sprachbildung im Musikunterricht

Der Musikunterricht weist sehr viele Parallelen zum Sprachunterricht auf und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sprachbildung.

"Die Kompetenz Musik hören und beschreiben entwickeln die Schülerinnen und Schüler über die Fähigkeit des bewussten Wahrnehmens, über ein musikalisches Vorstellungsvermögen und ihr Hörgedächtnis. Das erkennende Hören ermöglicht die Beschreibung musikalischer Sachverhalte und somit das sachgerechte Kommunizieren über Musik." (KC IGS, S. 8)

Im Arbeitsfeld Singen sind viele Elemente der Sprachbildung enthalten: Die Schülerinnen und Schüler

  • gestalten ihren Gesang durch Dynamik und Artikulation
  • verbessern ihre Intonationssicherheit
  • experimentieren mit Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme - auch nach grafischer Notation
  • tragen Sprechstücke artikuliert vor
  • setzen ihre Stimme beim Sprechen und Singen funktional richtig ein
Sie machen dabei u.a. Erfahrungen mit 
  • Rhythmik, Melodik, Harmonik, Klang, Dynamik, Artikulation
  • musikalischen Kommunikationsprozessen (vgl. KC IGS, S.13)

Auch im Arbeitsfeld Musikalisches Gestaltungsmittel Klang treten hinsichtlich der Sprachbildung verstärkt Sprachelemente wie "erklären", "beschreiben", "erläutern" oder "analysieren" auf. Das Auftreten dieser Sprachbildungselemente zieht sich durch jedes weitere Themenfeld des Faches Musik. (KC IGS, S.17)

Interkulturelle Bildung 

Im Nationalen Integrationsplan heißt es, dass „Musik wie kein anderes Medium kulturelle, politische und sprachliche Grenzen“ überwinden kann (vgl. ebd., S. 128). Dadurch geförderte „Offenheit, Toleranz und gegenseitige[r] Respekt“ (KC Musik IGS, S. 5) werden entsprechend bereits im zweiten Absatz der Kerncurricula zu diesem Fach erwähnt:

„Musik ist ein wesentlicher und unersetzlicher Bestandteil unserer Kultur“ (S. 5), der täglich allein oder gemeinsam erfahren, genossen und erzeugt werden kann. Sie verbindet und macht Freude. Damit „eröffnet [sie] Wege zur selbstbestimmten kulturellen Teilhabe. Durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur und der Musik anderer Kulturen kann interkulturelles Lernen stattfinden." (S. 5) Denn durch die Musikerfahrung und die Reflexion der Bedeutung der Musik „entwickeln [sie auch] Verständnis für den kulturellen Kontext der Musik.“ (KC IGS, S. 7ff.)

Aber ‚interkulturelles Lernen‘ bekommt hier auch eine andere Bedeutung. Umgang mit Interkulturalität ist nicht Lerngegenstand, sondern Lernmedium: Unabhängig von sprachlicher Ausdrucksfähigkeit können beim Musizieren alle etwas Eigenes einbringen, das zugleich über sie als Individuum hinaus auf Ihre sozialen Gemeinschaften verweist. Durch die Möglichkeit unproblematischerer nonverbaler Verständigung (vgl. S. 9) wird das Potential, das kulturelle Vielfalt in der Schulgemeinschaft darstellt, unmittelbar erfahrbar.

„Im Hinblick auf Selbstkompetenz ist es möglich, Selbstverantwortung und Selbstständigkeit beim Musikmachen auszubilden, d.h. eigene Grenzen werden erlebbar und überwindbar im musikalischen Miteinander. Durch die Würdigung des Einzelnen wächst dessen Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sozialkompetenz wird gerade beim gemeinsamen Musizieren entwickelt. Dabei geht es zum Beispiel um das Aufeinander-Hören, die Übernahme von Verantwortung, um Rücksichtnahme und Teamarbeit. Hier knüpft eng die Kommunikative Kompetenz an, die sowohl im Rahmen des Musikmachens als auch im Kontext des Musikreflektierens eine wichtige Rolle spielt.“ (S. 8f.)

Je größer die Rolle, die Musik aus anderen Kulturen im Unterricht spielt, desto umfassender auch der Lernzuwachs in Bezug auf diese beiden Kompetenzen. 

 

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