Vertretung

Zu Beginn jedes Schulhalbjahres sind planbare langfristige Abwesenheitszeiten von Lehrkräften (z.B. infolge von Elternzeit, Beurlaubung oder Reduzierung der Stundenzahl) durch die Schule im Rahmen der ihr zur Verfügung gestellten Ressourcen in Eigenverantwortung auszugleichen. Um die für den Vertretungsfall notwendigen Entscheidungen und Maßnahmen vorzubereiten, entwickelt jede Schule unter Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen und der gewährten Handlungsspielräume ein geeignetes Vertretungskonzept, um Unterrichtsausfall weitestgehend zu vermeiden.

Bei der Erstellung eines schuleigenen Vertretungskonzeptes sind die folgenden grundsätzlichen Punkte zu berücksichtigen:

Die öffentlichen allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen haben mit den zugewiesenen Lehrkräftestunden unter Beachtung des Schulprofils vorrangig die Erteilung des Pflichtunterrichts der Stundentafel zu gewährleisten. Hierzu gehören auch der Wahl­pflichtunterricht und Religion. Erforderlichenfalls ist auch klassen- und jahrgangs­übergreifender Unterricht zu erteilen. Unvermeidbarer Ausfall darf keinesfalls einseitig zu Lasten einzelner Klassen oder Fächer erfolgen.

Nach § 4 Abs. 2 der Verordnung über die Arbeitszeit der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen (ArbZVO-Lehr) ist insofern ein flexibler Unterrichtseinsatz der Lehrkräfte möglich. Die Unterrichtsverpflichtung einer Lehrkraft kann danach aus dienstlichen Gründen wöchentlich bis zu vier Unterrichtsstunden überschritten oder bis zur Hälfte unterschritten werden. Weiterhin verfügen die Schulen über deutlichen Spielraum bei der Gestaltung des Unterrichtsangebots und der Lerngruppenbildung.

Die Schulen bewirtschaften ein Budget aus Landesmitteln gem. § 32 Abs. 4 NSchG, aus dem auch Vertretungslehrkräfte beschäftigt werden können.

Grundschulen erhalten in Abhängigkeit von den Schülerzahlen Mittel für die Beschäftigung von Pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bei Abwesenheit einer Lehrkraft auch für die Betreuung von Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden können. Oberschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Förderschulen1 erhalten vom 5. bis zum 10. Schuljahrgang je Klasse zusätzlich zwei Stunden als Stundenpool. Dieser im Grundbedarf ausgewiesene Stundenpool ist von den Schulen eigenständig zu bewirtschaften und dient neben der schuleigenen Schwerpunktsetzung auch der Absicherung des Pflichtunterrichtes.

Neben den schuleigenen Vertretungskonzepten können zum Ausgleich im Fall von Unterrichtsausfall schulübergreifende Vertretungsmöglichkeiten geprüft und ggf. umgesetzt werden.

Als weitere Unterstützungsmöglichkeit in Vertretungsfällen stellt das Niedersächsische Kultusministerium der Niedersächsischen Landesschulbehörde im Rahmen der haushaltsrechtlichen Ermächtigungen Mittel zur Beschäftigung von Vertretungslehrkräften zur Ver­fügung. Eine Planung für die Verwendung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel ist so vorzunehmen, dass die unerwarteten oder vorübergehenden Unterrichtsausfälle während des gesamten Haushaltsjahres in den besonders schwerwiegenden Fällen vermindert werden können. Der Einsatz von Vertretungslehrkräften dient der Unterstützung der Schulen bei befristeten Ausfällen von Lehrkräften während des laufenden Schulhalbjahres.


 1 Bei Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen ist der Stundenpool in den Schülerpflichtstunden enthalten.

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