Holocaust im Film

„Der Holocaust lässt sich nicht verfilmen“ - ein Diktum, dem wir zustimmen, wenn man damit meint, den mit dem Holocaust verbundenen Massenmord filmisch nicht angemessen darstellen zu können.

Es stimmt aber auch, dass in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Dokumentar- und Spielfilme - fast immer in aufklärerischer Absicht - hergestellt worden sind, die mit verschiedenen Techniken des Dokumentierens oder auch Inszenierens ein Bild des Holocaust zeichnen. Diese Filme wurden und werden vielfältig in der Bildungsarbeit eingesetzt oder finden ein Millionenpublikum im Kino oder Fernsehen. Sie prägen so die Vorstellung vom Holocaust nachhaltig.

 

Spielfilme

"Film verstehen | Geschichte: Holocaust“:
8 Unterrichtsmodule zum Thema Holocaust für die Sekundarstufen I und II

Die 8 Unterrichtsmodule mit 29 Ausschnitten aus 8 Spielfilmen bietet Ansätze für einen audiovisuellen Zugang zum Thema Holocaust. Mit Hilfe ausgewählter Sequenzen aus Spielfilmen eröffnen Unterrichtsmodule Wege, die es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ein Bewusstsein für die historische Bedeutung des nationalsozialistischen Völkermords zu entwickeln. Unterrichtsmaterialien stellen Bezüge her zu Themen wie Ausgrenzung, Entrechtung, Menschenwürde und Zivilcourage, aber auch Gewalt und Terror, die auch heute und gerade jetzt die Lebenswelt junger Menschen berühren und sie beschäftigen. Zugleich zielt die pädagogische Arbeit mit der DVD darauf ab, Film als ästhetischen Zugang zum Thema Holocaust zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen. Der Film fördert auch einen reflektierten Umgang mit (historischen) Filmen. Schülerinnen und Schüler lernen die Arbeitsweisen verschiedener Filmschaffender kennen und erfahren, wie filmische Wirklichkeit hergestellt wird. So verknüpft er die Vermittlung von Wissen und Kenntnissen zum Holocaust mit dem Erwerb von Kompetenzen bezogen auf eines der wichtigsten Leitmedien.

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Lang ist der Weg

Regie: Herbert B. Fredersdorf, Marek Goldstein
Amer. BZ 1948, 69 Min.

Frühe Reflektion eines Überlebenden des Holocausts, der – in jiddischer und polnischer Sprache – das Schicksal einer jüdischen Familie erzählt: Die Familie Jelin wird, als die Deutschen 1939 Polen besetzen, zunächst ins Ghetto getrieben und dann nach Auschwitz abtransportiert. Dem Sohn David gelingt die Flucht aus dem Deportationszug, er schlägt sich zu den Partisanen durch und überlebt den Krieg.

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Aus einem deutschen Leben

Regie: Theodor Kotulla
BRD 1977, 139 Min.

IDem Film liegt die Biografie von Rudolf Höß, alias Franz Lang zugrunde. Höß wird 1940 Kommandant vom KZ Auschwitz und ist in knapp fünf Jahren am Tod von 4 Millionen Menschen beteiligt. Nach dem Zusammenbruch versteckt er sich unter dem Namen Franz Lang, wird aber 1946 entdeckt. Geschildert wird das Leben von Rudolph Höß in der Zeit von 1916 bis 1946. Thematisiert werden u.a. Familie, Fronteinsatz im WK I, Verhalten als Fabrikarbeiter, Parteieneintritt, Beförderung zum Lagerkommandanten.

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Lauf Junge lauf

Regie: Pepe Danquard
D 2014, 108 Min

Ein achtjähriger jüdischer Junge irrt im Winter 1942/43 nach der Flucht aus dem Warschauer Ghetto allein durch Polen. Gezwungen, seine Identität zu verleugnen, trifft er auf Menschen, die ihm helfen. Letztlich findet er vor allem in der Erinnerung an seinen Vater die Kraft, um zu überleben.

Zusatzmaterial:
Audiodateien; Bilder; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 28 Arbeitsblätter in Schülerfassung; 27 Infoblätter für Lehrer; 7 Infoblätter für Schüler; Glossar; Internet-Links.

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> Website zum Film

         
   

Das Leben ist schön

Regie: Roberto Benigni
Italien 1997, 124 Min.

Italien kurz vor dem 2. Weltkrieg. Der romantische Fantast Guido verliebt sich in die Lehrerin Dora, mit der er eine wunderbare Romanze erlebt. Einige Jahre später zerstören die Nazis das gemeinsame Glück mit dem Sohn Giosu, als Vater und Sohn deportiert werden. Die nichtjüdische Dora folgt ihnen freiwillig ins Konzentrationslager. Guido ist entschlossen, seinen Sohn vor dem Schrecken zu schützen.

Zusatzmaterial:
Hinter den Kulissen; Interviews mit R. Benigni & N. Braschi; Zuschauerreaktionen; Audio-Interviews mit R.Benigni & Horst Buchholz.

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Der Rat der Götter

Regie: Kurt Maetzig
DDR 1950, 84 Min.

Der Film thematisiert die Verstrickung der IG Farben in Rüstungsproduktion und Giftgas-herstellung für die Konzentrations-lager. Dem Vorstandsvorsitzenden Geheimrat Mauch geht es um Expansion und Gewinn für die Firma um jeden Preis. Der Chemiker Dr. Scholz ist ein Mitläufer, der sich aus Angst um Stellung und Familie der Wahrheit verschließt. Als 1948 eine verheerende Explosionskata-strophe in Ludwigshafen beweist, dass der Konzern trotz Verbotes der Alliierten wieder Sprengstoff produziert, bricht Scholz sein Schweigen.

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Schindlers Liste

Regie: Steven Spielberg
USA 1993, 188 Min.

Film nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Keneally über den Industriellen Oskar Schindler und die Zeit des Dritten Reichs vom Einmarsch in Polen bis zur Kapitulation 1945. Schindler, Katholik und NSDAP-Mitglied, rekrutiert - anfänglich aus Profitsucht, dann aus Menschlichkeit - Juden als Arbeiter für seine Emaillewaren-Fabrik. Er rettet rund 1 100 Menschen vor dem sicheren Tod.

Zusatzmaterial:
(ca. 89 min): Einblicke in die Foundation mit Steven Spielberg; Stimmen von den Überlebenden der "Liste"; Booklet.

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Zug des Lebens

Regie: Radu Mihaileanu
F/B/NL 1998, 103 Min

1941, irgendwo in Osteuropa: Die Bewohner eines kleinen jüdischen Shtetls organisieren ihren eigenen Deportationszug, um der Verschleppung durch die Deutschen zu entkommen, und planen die Flucht über Russland nach Palästina.

Zusatzmaterial:
Material-DVD: Arbeitsmaterialien zu folgenden filmanalytischen Schwerpunkten: filmgestalterische Mittel, Filmmusik, Holocaust im Spielfilm; Digitale Arbeitsblätter (zur direkten Bearbeitung am PC); Arbeitsblätter (pdf/word); Filmausschnitte; Standbilder.

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Das Tagebuch der Anne Frank

Regie: Gareth Davies
GB 1987, 112 Min.

Von Juli 1942 bis August 1944 versteckt sich eine Gruppe holländischer Juden vor der Verfolgung durch die Nazis auf dem Dachboden eines Amsterdamer Geschäftshauses, darunter die 13-jährige Anne Frank. Sie führt über ihr Leben auf dem Dachboden Tagebuch, dem sie ihre Eindrücke und Sehnsüchte und die verzweifelte Hoffnung auf das Kriegsende anvertraut.

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Dokumentationen und Unterrichtsmedien

Eine kaum überschaubare Anzahl dokumentarischer Filme, von denen zahlreiche in der Datenbank des Projekts Cinematographie des Holocaust aufgeführt sind, behandeln den Massenmord an den europäischen Juden. Viele dieser Filme bedienen sich des Materials, das in großem Umfang von britischen und US-amerikanischen Kriegsberichterstattern an den Orten der befreiten Konzentrationslager aufgenommen wurde, während Claude Lanzmann mit „ Shoah“ (1974-1985) einen entgegengesetzten Zugang wählt, der auf Archivmaterial gänzlich verzichtet. So unterscheiden sich die Filme nicht nur hinsichtlich ihrer inhaltlichen Tiefe und des jeweiligen Forschungsstandes, sondern auch hinsichtlich der Ansätze, die sie wählen, um sich dem Holocaust thematisch zu nähern, und den Mitteln der Darstellung, die daraus erfolgen.


 

   

Nacht und Nebel

Regie: Alain Resnais
F 1955, 30 Min.

Als Mahnmal gegen das Vergessen und als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung durch ideologische Verblendung und politische Diktatur entstand dieser Film. Er verknüpft Filmaufnahmen der Alliierten aus den 1945 befreiten Lagern und dokumentarisches Bildmaterial aus den Museen von Majdanek und Auschwitz mit Sequenzen, die den aktuellen Zustand der Vernichtungsstätten zeigen. Der Film analysiert das System der Konzentrationslager aus Sicht der Opfer.

Zusatzmaterial:
Bonusmaterial zur Nutzung des Films in Jugendarbeit und Schule.

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> Website des bjf zum FIlm

 

Der gelbe Stern

Regie: Dieter Hildebrand
D 1980, 89 Min.

Der Film beleuchtet die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung nach der Machtübernahme Hitlers und versucht, Antworten auf die arbeitshypothetische Frage zu finden, warum es so wenig Widerstand in der Bevölkerung gab. Hildebrandt berichtet von selbstlosen Versuchen jüdischer Menschen, Widerstand gegen die Nazis zu leisten. Er zeigt die Zerstörungswut der Nazis in der Kristallnacht des November 1938 und er dokumentiert die Fluchtwege, Rettungsversuche und Überlebenskünste in den Wochen und Monaten danach (Deutschland 1981).

Zusatzmaterial:
Bonusfilm "Die Befreiung von Auschwitz".

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Völkermord im Dritten Reich - Shoah

Autorin: Inge Kracht
D 2016, 28 Min

Der Film zeigt die systematische Ausgrenzung der Juden aus der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Politik bis hin zur Ausbeutung und ihrer Ermordung in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. 

Zusatzmaterial:
35 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung; 20 Testaufgaben; Ergänzendes Unterrichtsmaterial in Schüler- und Lehrerfassung; 6 Interaktive Arbeitsblätter; 5 MasterTool-Folien.

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Flucht 1937. Wer half Justus Nussbaum

Regie: Abigail Mathew
D 2016, 93 Min.

"Am Anfang stand ein Foto von 1936, das Justus Nussbaum und Wilhelm Hellmeister auf dem Firmengelände der Autoverwertung Gossels und Nussbaum zeigt. Nach mehr als einem halben Jahr intensiver Arbeit fasste ich den Entschluss, die spannende und ergebnisreiche Recherche in einem Film zu dokumentieren. Mit Unterstützung meiner Familie und einem engagierten Team ist es mir gelungen, in dem 93 Minuten dauernden Film „Flucht 1937 – Wer half Justus Nussbaum“ nicht nur Licht in die Umstände der Flucht zu bringen, sondern auch Einblicke in das Osnabrück der NS-Zeit und das Leben im Amsterdamer Exil zu geben." (A. M.)
 

Zusatzmaterial:
Hinter den Kulissen; Interviews mit R. Benigni & N. Braschi; Zuschauerreaktionen; Audio-Interviews mit R.Benigni & Horst Buchholz.

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Holocaust light gibt es nicht

Regie: Ilona Rothin
D 2014, 42/60 Min.

Sara Atzmon überlebt als 12-jährige Ghetto, Arbeitslager und das KZ Bergen-Belsen. Fast 70 Jahre später besucht sie mit ihrer Enkelin Shahaf die Orte ihres Leidens in Deutschland. Dabei begegnet sie Jugendlichen, die nichts mehr von den Verbrechen der Nazis und den Folgen für die Opfer hören wollen. Sara Atzmon begegnet in Deutschland auch Juden, die aufgrund des zunehmenden Antisemitismus wieder auf gepackten Koffern sitzen.

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> Website zum Film


 

 

Zug des Lebens

Regie: Herbert BD. Fredersdorf, Marek Goldstein
Amer. BZ 1948, 69 Min.

Frühe Reflektion eines Überlebenden des Holocausts, der – in jiddischer und polnischer Sprache – das Schicksal einer jüdischen Familie erzählt: Die Familie Jelin wird, als die Deutschen 1939 Polen besetzen, zunächst ins Ghetto getrieben und dann nach Auschwitz abtransportiert. Dem Sohn David gelingt die Flucht aus dem Deportationszug, er schlägt sich zu den Partisanen durch und überlebt den Krieg.

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