Latein

Wer bei Fremdsprachen und Interkulturalität nur die Befähigung zur Kommunikation mit Menschen der entsprechenden Muttersprache vor Augen hat, wird Latein im Bereich der interkulturellen Bildung nicht als prominentes Fach sehen. Im Vergleich der Kulturen durch die Zeit jedoch gewinnen die Schülerinnen und Schüler vertiefte Einblicke in Wurzeln des europäischen Kulturkreises. Dabei entdecken sie Kultur als Phänomen, das sich über ästhetisch-künstlerische, ethische, religiöse, sozioökonomische, politische, architektonische, rechtliche und andere Aspekte der Lebenswirklichkeit erstreckt.

Im Folgenden wird die Rolle der Interkulturellen Bildung im KC des Faches Latein aufgezeigt. Dazu wird exemplarisch das KC für die Integrierte Gesamtschule (IGS) herangezogen, da dieses alle Schulformen der Sekundarstufe I abbildet.

 

Interkulturelle Bildung im Fach Latein

Das Kerncurriculum für den Lateinunterricht spricht von „Kulturkompetenz“ und „kultureller Bildung“. Diese enthalten auch solche Bereiche, die zur Förderung interkultureller Kompetenz wesentlich sind. Kulturkompetenz nämlich

„umfasst die Fähigkeit, in unterschiedlichen Kulturkreisen und Traditionen die Phänomene und Institutionen wahrzunehmen, zu differenzieren, zu deuten und zu beurteilen. Aus dieser Fähigkeit erwächst die Möglichkeit der Orientierung und Selbstreflexion innerhalb der eigenen kulturellen Lebenspraxis mit dem Ziel bewusst und verantwortlich zu handeln.“ (S. 18)

„So bietet der Unterricht im Fach Latein eine wichtige Chance, kulturelle Interessen zu entwickeln und am kulturellen Leben der Gesellschaft teilzunehmen.“ (KC Latein IGS, S. 8)

Es wird differenziert zwischen fünf Lernbereichen. Deren Lernziele sind jeweils nach Doppeljahrgängen spiralcurricular formuliert (vgl. S. 25ff.) Um den besonderen Beitrag des Faches Latein zur Persönlichkeitsentwicklung und interkulturellen Bildung der Jugendlichen zu verdeutlichen, seien exemplarisch die am Ende von Jahrgang 10 zu erreichenden Kompetenzen im Bereich „ethische Wertschätzung und existenzieller Transfer“ aufgeführt:

  • entnehmen dem kritischen Dialog mit fremden Wertvorstellungen Impulse für verantwortliches Handeln.
  • entwickeln zunehmend Bereitschaft, für ihre Wertvorstellungen einzustehen.
  • erläutern begründet die Bedingtheit ihres Weltbildes und ihrer Weltvorstellungen
  • beurteilen die kritische Auseinandersetzung mit der Wertetradition als dauernde Aufgabe.“ (S. 26)

 

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