Mediendidaktik

Mediendidaktik befasst sich traditionell mit dem Einsatz von Medien zur Effektivierung und Optimierung von Lehr- und Lernprozessen. Bislang dominierten Vorstellungen über Lehr- und Lernprozesse, die dem Modell der Instruktion verpflichtet waren. Im Rahmen dieses Lernparadigmas konzentrierte man sich auf die Frage, wie Lernprozesse über die systematische Planung und Aufbereitung der zu lernenden Inhalte gesteuert und kontrolliert werden können.


Ein anderes Konzept von Lernen ist mit Begriffen wie selbstbestimmtes und entdeckendes Lernen oder handlungs- und produktorientiertem Unterricht verbunden. Diese bereits von der Reformpädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten Ansätze werden heute unter Berufung auf kognitionstheoretische und konstruktivistische Positionen verstärkt diskutiert. Dem handelnden aktiven Umgang mit Medien, wie er durch multimediale Lernumgebungen möglich wird, kommt dabei eine besondere Rolle zu:


In neueren mediendidaktischen Ansätzen wie z. B. der "gestaltungs-orientierten Mediendidaktik" (Kerres), wird betont, dass die "didaktische Wertigkeit" eines Mediums nicht von vornherein bestimmt werden kann, seine Spezifik erweist sich erst im Kontext einer konkreten Anwendung, der Lernsituation. Didaktische Überlegungen sind demnach Fragen danach, wie Medien als Bestandteile einer Lernumgebung geplant und eingesetzt werden können. "Die kooperative Bearbeitung multimedialer Programme regt dazu an, dass die Lernenden sich gemeinsam Wissen zu einem bestimmten Bereich erarbeiten. Zentral dafür ist, dass die Lernenden in 'Lerngemeinschaften' Produkte (z. B. Texte, Animationen) erstellen und Information eben nicht nur rezipiert, sondern produziert und auch gegenseitig kritisiert wird."

Grundfragen der Mediendidaktik

Für die Begründung des Medieneinsatzes in Lehr- und Lernprozessen sind verschiedene Perspektiven möglich. Je nach Perspektive werden Medien und die Möglichkeiten ihrer Nutzung entsprechend unterschiedlich zu beurteilen sein.

  • Perspektive der informations- und kommunikationstechnologischen Grundbildung: Der Umgang mit digitalen Medien wird als elementare Kulturtechnik aufgefasst.
  • Medien- und Fachdidaktische Perspektive: Der Umgang mit Medien wird als Methode zur Erleichterung bzw. Optimierung von Lehren und Lernen aufgefasst.
  • Perspektive der Medienerziehung/Persönlichkeitsbildung: Der Umgang mit Medien dient in erster Linie der Vermittlung einer umfassenden Medienkompetenz.

Im realen Unterricht überlagern sich diese verschiedenen Perspektiven teilweise bzw. können in konkreten Vorhaben auch bewusst zusammengeführt werden.

Über didaktische Leitfragen kann dabei überprüft werden, ob zentrale Aspekte der verschiedenen Perspektiven Berücksichtigung finden:

  1. Soll Wissen über Funktion und Aufbau digitaler Medien und Netze vermittelt werden?
  2. Sollen Inhalte sowie Fertigkeiten im Umgang mit diesen vermittelt werden?
  3. Steht die Nutzung der Medien zur Vermittlung fachlicher Inhalte im Vordergrund?
  4. Wie werden welche Inhalte und Ziele durch den Einsatz eines Mediums unterstützt?
  5. Wird der Aufbau von Medienkompetenz im umfassenden Sinne angestrebt
Drucken

Sie möchten diesen Inhalt mit anderen teilen?

Niedersachen-Portal
Ich möchte diesen Inhalt über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

* Pflichtfelder

Kontakt

CAPTCHA Image[ neues Bild ]
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln